Oldtimertour zur Mecklenburgischen Seenplatte

16. Siebenschläferausfahrt der IG Historische VWs Braunschweig
vom 30.06.- 02.07.2006

aufgezeichnet von Wolfgang Pflicht, Meine

Alljährlich um den Siebenschläfertag herum unternimmt die Interessengemeinschaft Historische VWs Braunschweig eine nostalgische Ausfahrt mit rollenden Raritäten. Diesmal nahmen 15 Automobile mit 28 Fahrern und Beifahrerinnen teil, beispielsweise VW Käfer, VW 1600, VW Karmann Ghia, VW Bus und Porsche. Die ältesten Autos waren zwei VW Brezelkäfer aus dem Jahr 1950 im Originalzustand, und die weiteste Anfahrt hatte ein Fahrzeug aus Strümpfelbach bei Stuttgart.


1. Tag: Frühmorgens trafen sich die Teilnehmer am Braunschweiger Flughafen zur 16. traditionellen Siebenschläferausfahrt nach Mecklenburg-Vorpommern. Nach der Begrüßung und ersten Ansagen wurde das Roadbook verteilt und die Ausfahrt gestartet.


Die erste Pause legten wir in Salzwedel im “Bürgermeisterhof” ein. Beim Frühstück im Innenhof ließ ein Vogel seine Exkremente über zwei Tischen ab, das konnte nur Glück für die Ausfahrt bedeuten.


In Arendsee waren die Klosteranlage und die Seepromenade von Interesse. Die Weiterfahrt erfolgte in Richtung Werden, wo mit der Fähre die Elbe überquert wurde. Dann ging es weiter bis Havelberg. Im Hotel und Gasthaus “Am Hafen” ließen wir uns das Mittagessen auf der Terrasse mit Blick auf die Havel gut schmecken.


Spätestens bei Kyritz verließen die Fußballfans unter uns die vorgegebene Route und schwenkten zur Autobahn ab, um noch rechtzeitig den WM-Fußballkrimi Deutschland - Argentinien (5:3 n.E.) zu erleben. Die Planroute führte noch zu einem Fotohalt des Museumsbahnhofs Röbel/Müritz.


Nach abwechslungsreicher Fahrt erreichten wir auf sorgfältig ausgesuchten Land- und Nebenstraßen unser Hotel für die nächsten zwei Nächte, das “Van der Valk Resort Linstow”. Beim gemeinsamen Abendessen und danach wurden noch lange unterhaltsame Gespräche geführt.


2. Tag: Mit dem Schwung des ersten Tages und der Begeisterung für weitere unbekannte Straßen und Sehenswürdigkeiten begann nach dem Frühstück eine interessante Ausfahrt entlang der Mecklenburgischen Seenplatte. Zunächst ging es nach Waren an der Müritz. Die Müritz ist mit 117 qkm Deutschlands größter Binnensee. Die  Besichtigung des Stadthafens und der Altstadt vermittelte uns einen Eindruck von der Schönheit dieser 22.000 Einwohner zählenden Stadt. Ein Werbespruch lautet: Baden, Segeln Kanu fahren – nirgends schöner als in Waren.


Als weitere Sehenswürdigkeiten gab es: Das Hotel “Schloss Klink”, ehemaliges Eigentum des Chefkommentators des DDR-Fernsehens Karl-Eduard von Schnitzler, Deutschlands einzigen TUI Robinson Club “Land Fleesensee”, das 5-Sterne Radisson SAS Resort “Schloss Fleesensee” im Besitz der Familie von Blücher sowie die Inselstadt Malchow mit der ältesten Zugbrücke Deutschlands und eine Sommerrodelbahn.


Die Ausfahrt führte weiter nach Drewitz und zum Drewitzer See zur Besichtigung des früheren Jagdhauses von Erich Honecker. Hier wurden wir bereits vom Hotelmanager erwartet, der uns anschließend interessante Informationen zur Geschichte der heutigen “Jagd- und Naturpark Residenz” gab. Sogar eine “Menüauswahl Oltimertreffen” war vorbereitet.


Nach dem Mittagessen ging es durch herrliche Landschaft nach Krakow. Nun hieß es Leinen los für die große Schiffsrundfahrt mit der “Frauenlob” auf dem Krakower See. Der Kapitän erklärte uns mit Kenntnis und Witz den See mit Nebenseen und Inseln. Vom Seeadler mit einer Flügelspanne bis 2,40 m und dem kleineren Fischadler war leider nichts zu sehen. Einige Unentwegte ließen es sich nicht nehmen, noch einen Abstecher zur Wasserburg Ulrichshusen (Romantik pur) zu unternehmen, während andere direkt den größten Hotel-Indoor-Pool Deutschlands im Linstower “Van der Valk Resort” oder die Zimmerdusche zur Erfrischung ansteuerten. Wer wollte, konnte abends ein weiteres Viertelfinale der Fußball-WM in Großbildprojektion sehen. Der Abend klang in geselliger Runde bei Benzingesprächen aus. Dabei machte folgender Witz die Runde: Jan Ullrich will jetzt heiraten. Seine Auserwählte heißt “Anna Bolika”, was zum Ausschluss bei der Tour de France führte.


3. Tag:  Nachdem wir uns am Frühstücksbuffet gestärkt hatten, traten wir nach offizieller Verabschiedung durch den Hotelmanager die Heimfahrt von Linstow an. Die Rückfahrt führte zunächst nach Schwerin. Dort wurde das eindrucksvolle Schloss mit Schlossgarten sowie die Anlegestelle der Weißen Flotte mit der Gaststätte “Wallenstein” besichtigt. Direkt vor dem Theater war die Freilichtbühne für die Schlossfestspiele aufgebaut, wo dieses Jahr La Traviata von Verdi  zur Aufführung kommt. Das einzige Negativereignis passierte in Schwerin, als ein passionierter Autolenker ausgerechnet beim Spazierengehen stürzte und sich verletzte.


Weiter ging es zum spätbarocken Schloss Ludwigslust. In der weitläufigen Parkanlage - etwa 150 Hektar -  brachte ein Spaziergang willkommene Auflockerung. Von Lenzen aus setzten wir mit der Fähre über die Elbe und fuhren durch das Elbe-Urstromtal weiter nach Gartow, wo wir in den “Gartower Seeterrassen” mit Blick auf den Gartower See frischen Erdbeerkuchen und Kaffee genossen.


Danach war allgemeine Verabschiedung zur individuellen Rückfahrt zum Wohnort. Nach mehr als 800 Kilometern erreichten die Braunschweiger ihren Ausgangsort. Die Oldtimerfreunde aus Braunschweig und Umgebung hatten drei interessante und erlebnisreiche Tage. Der herzliche Dank aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer gilt Jürgen Kolle für die ausgezeichnete Organisation der Ausfahrt. Als Organisator wird man ja für alles verantwortlich gemacht, sogar für das herrlich warme Sommerwetter, das uns Hoch “Zorro” bescherte. Wir haben in diesen drei Tagen mehr von einem schönen Stück Deutschland gesehen, als manch ein Urlauber in drei Wochen.


Das Wichtigste aber bleibt die Freude am Fahren der Oldtimer – ein Retrotrip in die Zeit des kräftezehrenden Autofahrens.


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