Bericht über die 17. Siebenschläfer- Ausfahrt 2007

vom 29.06.- 01.07.2007

 Von Jürgen Kolle, Braunschweig

Am letzten Juni-Wochenende war es mal wieder soweit: Freunde und Mitglieder der IG Historische VW starteten zur diesjährigen mehrtägigen Ausfahrt in das Sauerland. Unser "IG-Motor" Jürgen hatte mal wieder ganze Vorarbeit geleistet und in den zurückliegenden Wochen trotz mancher Hindernisse eine Ausfahrt zusammengestellt, die allen Ansprüchen gerecht wurde. Auch hatte der Wettergott - obwohl es am Siebenschläfertag geregnet und gestürmt hatte - ein Einsehen und bescherte den Teilnehmern eine Ausfahrt bei angenehmen Temperaturen, guter Fernsicht und fast immer trockenen Straßen.

Da das Teilnehmerfeld etwas kleiner war, konnten lohnende Abstecher und außerplanmäßige Halts als zusätzliche Ausfahrthöhepunkte eingebaut werden. Überhaupt stand die diesjährige Ausfahrt unter einem sehr guten Stern: Man verstand sich sofort, war immer hilfsbereit, kommunikativ und dem gemeinsamen Ziel verpflichtet, eine erlebnisreiche, stressfreie und harmonische Oldtimerausfahrt zu erleben. Da sich ausschließlich Käferfahrzeuge aus unterschiedlichen Baujahren eingefunden hatten, gab es zudem keine "Straßenrennen", was alle Teilnehmer als zusätzlichen Pluspunkt werteten.

 

Aber trotzdem wurden Fahrer und Beifahrer gefordert: Es wurde in zeitlichen Abständen gestartet und das Lesen des Roadbooks war für viele eine neue Herausforderung, die aber von allen hervorragend gemeistert wurde. Zwischenziele dienten dabei sowohl des näheren Kennenlernens der Sehenswürdigkeiten als auch dem Sammeln aller Teilnehmer und dem Vorbereiten auf das nächste Teilziel. Kleine Quizfolgen, die kurzfristig gestellt wurden, gaben den Teams die Möglichkeit, sich mit dem Roadbook noch intensiver auseinander zu setzen. Die abzufahrenden Tagestouren, die zwischen 320 und 176 km lagen, wurden von allen Fahrzeugen ohne Pannen oder Ausfällen abgefahren. Kein Wunder, dass man sich abends zu gemütlicher Runde wieder einfand.

Das Maritim-Hotel in Bad Sassendorf bot allen eine vorzügliche Küche, sehr gute Betreuung und sehr ruhige und komfortable Zimmer. Unsere Fahrzeuge fanden ihren Parkplatz hinter den Hotelschranken auf dem weitläufigen Gelände direkt am Kurpark.

Doch nun zur Fahrt: Treffpunkt war traditionell der Lilienthalplatz vor dem Empfangsgebäude des Flughafens BS-Waggum. Angemeldet hatten sich wiederum auch Teilnehmer aus Bielefeld, Frankfurt und Stuttgart, die natürlich mit ihren VW-Käfern auf eigener Achse angereist waren. Nach kurzer Begrüßung und herzlichem Wiedersehen wurde es spannend: Sigrid und Jürgen überreichten die gefüllten Taschen mitsamt des mit Spannung erwarteten Roadbooks, das wie gewohnt mal wieder sehr umfänglich ausgefallen war. Nachdem die Startnummern befestigt waren, die Telefonnummern verglichen und ausgetauscht und letzte Fotos vom Starterfeld geschossen worden waren, wurde gestartet.

Auf Land- und Kreisstraßen 2. und 3. Ordnung ging es durch das Braunschweiger Land in Richtung Süden. Elm, Asse, Ösel und die Harzberge kamen naher und verschwanden wieder hinter uns. Die einsamen Kammstraßen im Harzvorland boten oft einmalige Fernsichten und verleiteten zu kurzen Fotohalten.

 

Erster Höhepunkt war die Durchfahrt durch das mittelalterliche, verträumte Hornburg. Sammelpunkt war ein Parkplatz bei Lutter am Barenberge am ehemaligen Schlachtfeld im 30jährigen Krieg (Reitergeneral Fuchs, Graf Tilly 1626).

Gefrühstückt wurde in einem rustikalen Restaurant kurz vor Kreiensen. Nach kurzem Halt am historischen Bahnhofsgebäude in Kreiensen ging es weiter auf schmalen Straßen nach Einbeck. Über Dassel und Neuhaus im Solling erreichten wir gegen Mittag die Weserberge und die Weser bei Fürstenberg. In den Weserberg-Terrassen wurde pausiert und zu Mittag gegessen. Einige Teilnehmer nutzten die Gelegenheit und besuchten die Ausstellungsräume der Porzellanmanufaktur.

In Beverungen überquerten wir die Weser in Richtung Lichtenau. In Borgholz verleitete eine stillgelegte kleine Bahnstation mit einem abgestellten roten Schienenbus, einem Flügelsignal und einem original erhaltenem Stellwerk zu einem Fotohalt.

Über die Ausläufer des Teutoburger Waldes erreichten unsere Fahrzeuge die "Straße der Weserrenaissance". Die Klosterruine von Böddecken war dann das letzte Teiletappenziel. Im weitläufigen Innenhof des Klostergutes durften unsere historischen Käfer ausnahmsweise parken. Selbst gebratene Buletten stärkten uns bevor wir zum Tagesziel Bad Sassendorf aufbrechen mussten. In Salzkotten erreichten wir nach kurvenreicher Fahrt die Bundesstraße 1. Nach einem nun auch fälligen Tankstopp erreichten alle Fahrzeuge wohlbehalten das Maritim-Hotel "Schnitterhof' in Bad Sassendorf. Ein schöner Fahrtag mit vielen unterschiedlichen Eindrücken und Sehenswürdigkeiten - und nicht zu unterschätzenden aufmerksamen Blicken und freudiges Winken und Blinken entgegenkommender Fahrzeuge - ging nun zu Ende.

Am nächsten Morgen stand die große Sauerlandtour auf dem Programm. Für die Ausarbeitung der Streckenführung hatte der Organisator etwas besonderes ausgedacht. Gemeinsam mit einem ortsansässigren Oldtimerfreund wurde diese Ausfahrt nach den Vorgaben' der FIFA entworfen: Streckenführung weitestgehend ohne Ampelanlagen, verkehrsarme Straßen und Wege, viele Steigungs- und Gefällestrecken, Sehenswürdigkeiten und sorgfältige Ausarbeitung des Roadbooks.

Anstelle der Strecken-Wertungspunkte gab es Zwischenstopps. Gestartet wurde im Minutenabstand. Auf der 176 km langen Strecke gab es viel Sehenswertes: Der Möhne-Stausee mit seinen drei großen Seebrücken, der verschwiegene Arnsberger Wald, die Hotelanlage "Torhaus", kleine gepflegte Ortschaften, die vom Fremdenverkehr leben, weitläufige Täler und bewaldete Berge. Am Hennesee bei Meschede ("Hennesee-Residenz") wurde eine Mittagpause eingelegt. Herr Jühe vom Oldtimerclub Warstein berichtete über Land und Leute und über Persönlichkeiten aus Kultur und Politik, die in dieser Region Deutschlands zu Hause sind.

Von hier führte uns das Roadbook über einsamste Wege zu den höchsten Erhebungen des Sauerlandes. In den Höhen über 600 m sahen wir die verheerenden Sturmschäden vom Februar diesen Jahres. Höhepunkt des Nachmittags waren der Besuch des "Raben-Cafes" in Kallenhardt. Hier waren die Teilnehmer eingeladen, die "Rabengalerie" des Künstlers Otmar Alt und die private Kornbrennerei und Bierbrauerei zu besuchen und zu verkosten.

 Auf der Talfahrt von Kallenhardt wurden wir im Schlossgarten des Schlosses Körtlinhausen Zeuge einer großen Hochzeitsfeier im unwiderstehlichen Flair der altehrwürdigen Schlossmauern. Dieser Zwischenstopp war zweifelsfrei einer der Höhepunkte dieser Ausfahrt. Auf Privatwegen und Landstraßen ging es von da aus zügig zurück zu unserem Hotel in Bad Sassendorf, wo auf uns bereits der Küchenchef mit einem reichhaltigen Buffet erwartete.

Am letzten Tag unserer Ausfahrt stand der Besuch der Stadt Warstein als erstes Ziel auf dem Programm. Das Besucherzentrum der Warsteiner Brauerei erwartete unsere Teilnehmer. Der Chef der Privatbrauerei Warstein, selbst ein passionierter Oldtimer-Liebhaber und Ballonfahrer, hat das Besucherzentrum erst vor einem Jahr eröffnet. Von den finneneigenen Hotelterrassen blickt man auf die weitläufigen Fabrikationsanlagen und das neu erstandene Bahn-Logistik-Zentrum. Diese Anlage, eine „Komposition“ von erhaltener Natur, modernster Technik aber auch Nostalgie, hat uns alle sehr beeindruckt. Nach einer kurzen Betriebserkundung und einem zünftigen Glas Warsteiner-Bier traten wir am Mittag unseren Heimweg an. Auf der Marienburg bei Hoheneggelsen legten einige nochmals eine kurze Pause ein. Ein heftiges Gewitter begleitete uns dann allerdings bis nach Braunschweig.

Hoffen wir, dass wir im nächsten Jahr die 18. Siebenschläferausfahrt wiederum in eine für uns interessante Region führt! Organisator, Helfern und allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein herzliches Dankeschön für die schönen Ausfahrttage.

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