21. Siebenschläferausfahrt 2011 nach Ostfriesland und an die Nordsee vom 24.06. 26.06.2011


Von Wolfgang Pflicht, Meine


BRAUNSCHWEIG. Am Freitagmorgen starteten dreizehn Old- und Youngtimer mit jeweils einem Zweierteam vom Flughafen Braunschweig/Wolfsburg zur 21. Siebenschläferausfahrt der Interessengemeinschaft Historische VWs. Im Teilnehmerfeld befanden sich historische Fahrzeuge folgender Marken und Typen: VW Käfer, VW Karmann Ghia, VW Scirocco, Porsche, Alfa Romeo und BMW. Die Teilnehmer kamen aus Braunschweig und Umgebung, Wolfsburg, Hannover, Weinstadt sowie aus Albersdorf. Im Rahmen der gemeinsamen Ausfahrt betrug die Fahrtstrecke insgesamt über 850 km auf eigener Achse und führte weitläufig durch Niedersachsen.


1. Tag: Hinfahrt


Bereits um 7:00 Uhr trafen sich die Teilnehmer der Ausfahrt in Braunschweig. Nach herzlicher Begrüßung und ersten Ansagen von Jürgen erhielten die Fahrerteams ihre Fahrtunterlagen mit den detaillierten Routenplänen für die Ausfahrttage 1 bis 3. Der ADAC hatte die Toursets D 101 und D 300 zur Verfügung gestellt. Dann befestigte jeder sein Startnummern-Schild am Fahrzeug und die Ausfahrt konnte starten.

Der erste Stopp führte uns über Meinersen und Celle nach Wienhausen mit kurzem Aufenthalt im dortigen Kloster Wienhausen, gegründet um 1230.

Weiter ging es auf ausgewählten Neben- und Bundesstraßen nach Wietze. Im Deutschen Erdölmuseum gab es Frühstücksbrötchen mit Kaffee oder Tee. Aufgrund eines heftigen Regengusses musste die Führung durch das große Freigelände des Museums leider ausfallen und offene Cabrios galt es schnell zu schließen.

Die Fahrt ging weiter nach Asendorf und Bruchhausen-Vilsen. Diese beiden Orte sind durch eine historische Schmalspur-Eisenbahnstrecke verbunden, die an Wochenenden Gäste befördert. Im Alten Bahnhof von Bruchhausen-Vilsen gab es ein schmackhaftes Mittagessen, beispielsweise Eisenbahners Dampfkessel.

Im nahen Lokschuppen warten und restaurieren die Freunde des Deutschen Eisenbahn Vereins historische Dampflokomotiven und schmalspurige Eisenbahnwaggons. Weiterhin war Gelegenheit bei Firma Wischnewski einen Blick auf die ehemalige Tankstelle zu werfen. Die Werkstatt ist auf Wartung und Restaurierung von Fahrzeugen der Marke Borgward spezialisiert und stellt Oldtimer von Lloyd sowie Borgward zur Schau.

Wir fuhren weiter über Bassum, Wildeshausen und Ahlhorn zum Thülsfelder Stausee. An warmen Wochenenden ist dies ein beliebtes Freizeitziel der Menschen von Cloppenburg, Frisoythe und Umgebung.

In Richtung Papenburg wechselte das Landschaftsbild in eine große Moorlandschaft mit Wasserkanälen. Durch die sehenswerte Ortsmitte von Papenburg fuhren wir zur Meyer Werft. Dort werden bekanntlich großartige Kreuzfahrtschiffe entwickelt und gebaut. Ein kurzer Halt am Tor 1 bescherte uns wenigstens den Blick auf einen Ozeanriesen - bei Wasser von oben.

Über Weener, Leer und entlang des Emsdeiches ging es weiter bis Emden und im Schlussspurt nach Norden-Norddeich. Hier waren wir für zwei Nächte Gäste im schönen 4-Sterne Apart-Hotel.

Den gemeinsamen Abend genossen wir im gegenüberliegenden Restaurant Möwchen bei typisch ostfriesischem Essen, einem Norddeicher Buffet.


2. Tag: Rundfahrt


Treffen um 8:30 Uhr am Parkplatz des Hotels. Am zweiten Ausfahrttag machten wir vormittags eine Rundfahrt durch die Krummhörn und nachmittags eine Schiffstour nach Norderney. Von Norddeich ging es am Deich entlang zunächst ins malerische Greetsiel mit einem Kurzaufenthalt.

Weiter fuhren wir zum rot-gelben Pilsumer Leuchtturm am Meer. Dort gab es einen Fotostopp und einen Blick vom Nordseedeich. Über Pilsum, Campen und Rysum wurde Emden erreicht.

Mit Unterstützung der Emdener Tourismus GmbH war es Jürgen gelungen, einen reservierten Parkplatz für alle Fahrzeuge direkt am Alten Binnenhafen, Am Hafentor zu bekommen. Nach kurzem Stadtbummel in Emden (Kunst & Küste) und einem kleinen Imbiss am Emdener Heringslogger setzten wir die Rundfahrt nach Norddeich zum Parkplatz am Fähranleger fort.

Bei wechselhaftem Wetter fuhr die Fähre etwa eine Stunde bis zur Ostfriesischen Insel Norderney. Beim Kurzaufenthalt auf Norderney - ältestes Seebad Deutschlands - konnten wir sowohl einen Eindruck vom Kurviertel als auch von der Strandpromenade und der Nordsee gewinnen.

Trotz des großen touristischen Andrangs am Bus und am Fähranleger von Norderney war die Fähre fast pünktlich wieder in Norddeich. Vom Parkplatz aus erreichten wir nach kurzer Fahrt den Ausgangspunkt der Rundfahrt.

Am Abend erwartete uns ein weiterer Höhepunkt: Besuch mit Führung im Automobil- und Spielzeugmuseum Nordsee. Heinz Falke erklärte uns mit Sachverstand und Geschichten die umfangreiche und sehr sehenswerte Sammlung von Automobilen, Zweirädern, Spielzeugen, Werbeartikeln und weiteren Exponaten.

Das Café und Bistro Boxengasse servierte zur Auswahl zwei leckere Siebenschläfer-Menüs und kühle Getränke. Auch nach dem Essen stand das Museum für weitere Besuche offen. Bei bester Stimmung und guten Gesprächen klang der Tag aus. Hin- und Rückfahrt vom Hotel zum Automuseum verliefen reibungslos, zuverlässig ausgeführt durch Taxiunternehmen Driever.


3. Tag: Rückfahrt


Nach dem guten Frühstücksbuffet im Möwchen starteten wir um 8:45 Uhr vom Parkplatz des Apart-Hotels. Zunächst fuhren wir entlang der Nordseeküste mit den "Siel-Orten": Neßmersiel, Dornumersiel, Bensersiel, Neuharlingersiel, Carolinensiel und Harlesiel. Kurze Besichtigungsstopps waren dabei in Bensersiel, Carolinensiel und Harlesiel angesagt. Beim Fischeinkauf in Carolinensiel entgingen wir knapp einem Bußgeld, da einige Fahrzeuge kurz im Halteverbot standen und dies einer Polizeistreife auffiel. Aber es blieb bei einer Ermahnung.

Über Wittmund, Friedeburg und Westerstede ging es in rasanter Fahrt zum Zwischenahner Meer. In Bad Zwischenahn nahmen wir ein schmackhaftes Mittagessen in der Spieker Gaststätte ein, endlich bei Sonnenschein im Freien.

Direkt daneben befindet sich das Freilichtmuseum "Ammerländer Bauernhaus". Nach einem Spaziergang am Wasser und herzlicher Verabschiedung erfolgte die individuelle Rückfahrt zum Heimatort.


Fazit


Es waren drei erlebnisreiche Tage mit vielen neuen Eindrücken. Die Kurzstopps und -aufenthalte haben Lust auf weitere Besuche in schönen Regionen Niedersachsens und insbesondere Ostfrieslands gemacht. Kulinarische Genüsse und interessante Gespräche rundeten diese 21. Siebenschläferausfahrt ab. Das Wetter war sehr wechselhaft - von trocken bis intensiven Regen und Sonnenschein war alles dabei. Alle historischen Fahrzeuge überstanden die über 850 km ohne technische Defekte.

Zum Schluss gab es Dank und Anerkennung für die aufwändige Planung und gelungene Durchführung dieser Veranstaltung, auch wenn bei drei vollen Tagen stets Unwägbarkeiten, Gefühls- und Stimmungsschwankungen eintreten können. Die Organisatoren geben diesen Dank gern an alle Personen weiter, die in irgendeiner Weise zum Gelingen dieser Ausfahrt beigetragen haben und natürlich auch ein Dankeschön an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Einige Oldtimerfreunde fragten bereits, wohin wohl die nächste Siebenschläferausfahrt geht?


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