Siebenschläferfahrt 1998 der Historischen VW Braunschweig

Dr. Ulrich von Pidoll, Braunschweig

Es ist bei den Mitgliedern der Historischen Volkswagen Braunschweig bereits zur Gewohnheit geworden, am Siebenschläfertag zu einer erlebnisreichen Ausfahrt mit ihren Fahrzeugen aufzubrechen. Unsere diesjährige Ausfahrt begann am 26.6.98 um 7 Uhr am Braunschweiger Flughafen und war in vieler Hinsicht der Höhepunkt unserer bisherigen acht Ausfahrten.

Von Anfang an stand unsere Fahrt unter einem guten Stern: schönes Sommerwetter (Jürgen konnte bis auf die letzten 100 km nach Hause offen in seinem "Kommandeurswagen" fahren), interessante, abwechslungsreiche Fahrtrouten mit vielen unvergesslichen Sehenswürdigkeiten und pannenfreie Fahrzeuge ließen das Stimmungsbarometer schnell auf "Hoch" klettern.

Vorbei an alten Windmühlen, Schlössern und Eisenbahnwagen aus der Länderbahnzeit fuhren wir durch nostalgische Ortsdurchfahrten über die Heide nach Salzwedel, wo wir unser zweites Frühstück einnahmen. Mit der Elbfähre ging es dann weiter zum Myritzsee, wo wir ein gutes Mittagessen einnahmen. Bevor die Speisen serviert wurden zerbrachen wir uns den Kopf über den Spannungsabfall an Lucas hinteren 6 V Blinkleuchten. Wir hatten uns aber alle verschätzt: Die Messung nach dem Essen ergab gerade mal 3 V.


Besonders praktisch war es, daß Michael mit seinem marinogelben VW 411 als letzter fuhr: Seine lauthals quietschenden Bremsen (Nordhoff läßt schön grüßen) ermöglichten es nämlich, ihn ohne Sichtkontakt noch in etwa 200 m Entfernung zu identifizieren. Damit konnte Jürgen jederzeit ohne Blick in den Rückspiegel sicher sein, daß unsere Gruppe noch vollständig war.

Gegen Abend erreichten wir schließlich unser Ziel: Warnemünde an der Ostsee. Unser Hotel Neptun erwies sich als Luxusabsteige erster Güte: erstklassige Lage direkt am Strand und nahe der City, gehobene Zimmerausstattung mit bequemen Betten und überwältigender Aussicht auf Strand und Meer, hoteleigenes Hallenbad mit Fitnesscenter, Tiefgarage für unsere Fahrzeuge und das beste Essen, das ich je in einem Restaurant gegessen habe. Hier konnte man es wirklich aushalten, leider aber nicht sehr lange, denn solcher Luxus kostete echtes Geld (das Abendbuffet z.B. 42 DM pro Person). Gottseidank hatte Jürgen aber wenigstens für die Übernachtung einen Gruppenrabatt ausgehandelt.

Den nächsten Tag begannen wir am Strand. Anschließend unternahmen wir eine einstündige Hafenrundfahrt mit einem zufällig ausgewählten Passagierschiff. Danach stand ein Stadtbummel auf dem Programm. Nach dem Mittagessen unternahmen wir mit unseren Fahrzeugen einem Abstecher nach Bad Doberan. Dieser Ort ist leider sehr autofeindlich, wir sahen nirgendwo auch nur einen einzigen öffentlichen Parkplatz, überall standen Halteverbotschilder. Und einen Bahnhofsparkplatz gab es auch nicht.

Wir wurschtelten uns deshalb über einen gesperrten Feldweg auf ein Bahngelände. Querfeldein liefen wir dann zum Bahnhof, von dem wir in einem nostalgischen Zug mit Dampflok ("Mollie") mit atemberaubenden 50 km/h mitten durch die Stadt nach Kühlungsborn Ost gefahren wurden. Dort bummelten wir ein bißchen am Strand und setzten uns anschließend in ein Eiscafe. Zurück ging es wieder mit Plandampf zu unseren Autos und dann zum Hotel.

Den nächsten Morgen verbrachten wir wieder am Strand und genossen den Sand und die Wellen. Einige von uns hatten jedoch die Gewalt der Ostsee unterschätzt, sich zu nah ans Wasser gewagt und wurden dann von einer überraschenden Flutwelle erfaßt und durchnäßt. Das war aber die einzige Panne auf der ganzen Fahrt (wenn man davon absieht daß unser Organisator vergessen hatte, daß er eine zweistündige Hafenrundfahrt auf einem anderen Schiff reserviert hatte).

Leider, leider begann dann aber um 12 Uhr die Rückfahrt, sie führte über Wismar, Schwerin und Uelzen wieder zurück nach Braunschweig. Zweifellos war dies die schönste, wenn auch teuerste Ausfahrt, die wir je gemacht haben. Am Fazit waren sich aber alle Teilnehmer einig: 1999 sind wir alle wieder dabei. Wollen sie nicht auch einmal mitmachen?

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