Die VW-Prototypen 1935-38

von Ulrich von Pidoll, Braunschweig

Im Jahre 1942 wurden die nicht im Versuch verbrauchten VW-Prototypen V3 und VW 30 auf Befehl der Reichsregierung recycelt. Doch wie so oft bei diesen Aktionen, ein Exemplar überlebt immer in irgendeiner Garage, und das war das blaue VW 30 Cabriolet, welches nach dem Krieg in der Tschechoslowakei auftauchte. Doch selbst dieses Exemplar blieb vom Zahn der Zeit nicht verschont und gilt heute ebenfalls als verschrottet.

Vom V3 und VW 30 verblieben nur noch Fotos, ein paar Zeichnungen und ein 1:5 Windkanalmodell an der Universität Stuttgart aus dem Jahr 1937. Diese Unterlagen bildeten die Voraussetzung für die Idee, die VW-Käfer Prototypen wieder entstehen zu lassen. Der Auftrag hierzu wurde 1998 von der Stiftung Automuseum erteilt.

Wenn man schon eine große Geldsumme in dieses Projekt steckt, dann will man auch das älteste Fahrzeug, den ersten Volkswagen V1 aus der Prototypenserie V3 von 1935, haben. Dieses Fahrzeug wurde rechtzeitig zur Eröffnung des Zeithauses der Autostadt fertiggestellt und ist seitdem eine Hauptattraktion dieser Institution.

Der große Publikumserfolg dieses Fahrzeugs hat dazu geführt, dass im Jahre 2000 noch ein weiteres Fahrzeug, ein VW 30 von 1937, in Auftrag gegeben wurde. In Rekordzeit von 2 Jahren wurde das Fahrzeug gebaut und genau 60 Jahre nach der Verschrottung seiner Brüder fertiggestellt. Er ist seitdem ein Highlight der Stiftung Automuseum in Wolfsburg, Dieselstrasse.

Zusammen mit dem bereits restaurierten Prototyp VW 38 von 1938 verfügt damit das VW-Werk über eine vollständige Dokumentation der ersten Volkswagen.

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