VW Sportwagen SP-2 (VW - ESPORTE)

Gebaut von 1971 bis 1976

Der VW SP-2 ist ein in Europa kaum bekanntes Fahrzeug, Denn ein Import aus Brasilien oder Nigeria, die Produktionsländer des SP, fand nie statt. Die ca. sechs bis acht in Deutschland anzutreffenden Fahrzeuge kamen als sog. Umzugsgut von VW-Mitarbeitern nach Deutschland.

Der hier ausgestellte Wagen wurde aus in Brasilien (Karmann-Werke do Brazil und VW-Werk Sao Bernando do Campo) gefertigten CKD-Teilen bei VW in Nigeria gebaut. Er kam 1977 nach Deutschland, wurde danach jedoch bald wegen eines Unfallschadens an eine Privatperson im Raum Peine verkauft. Diese hat ihn dann in zerlegtem Zustand weiter verkauft nach Einbeck, wo er teilweise instandgesetzt und schließlich wieder nach Velpke bei Wolfsburg verkauft wurde. Hier wurde der Wagen hergerichtet, umlackiert und neu zugelassen.

Die ausländische Verarbeitungsqualität ist nicht mit europäischen Maßstäben zu vergleichen. Spaltmaße und Karosseriemängel sind deshalb hausgemachte Minusvarianten. Dieser Wagen hat allerdings ein - abweichend von der Originalausführung - ein aus echtem Wurzelholz gefertigtes massives Armaturenbrett mit sechs Rundinstrumenten.

Als VW-X wurde der SP-l 1971 in Brasilien erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Er ist eine eigenständige Entwicklung von VW do Brazil, entstanden unter dem damals dort tätigen Werksleiter Dr. Ing. e. h. Rudolf Leiding. Die Karosserie wurde bei Karmann Ghia do Brazil gefertigt. Das Chassis wurde vom brasilianischen Variant übernommen, Kurbellenker - Vorderachse und Pendelachse hinten vom brasilianischen Käfer, der Motor kam- später beim SP-2 leistungsgesteigert - vom Typ 3 . Die Scheinwerfer stammen nicht - obwohl optisch gleichaussehend - vom VW 411/412!

Es gab zwei Modellvarianten, die sich nur in der Motorisierung unterschieden: Der SP-I hatte 1600 ccm und 54 PS, der SP-2 1700 ccm mit 65 PS. Geplant war ein SP-3, der jedoch nicht einmal mehr das Stadium eines Prototypen erreichte, da Rudolf Leiding inzwischen zu AUDI wechselte. Insgesamt wurden zwischen 10 205 und 1I 123 Fahrzeuge dieses Typs gebaut. Der Kaufpreis betrug 1972 übrigens über 30 000 Cruzeiros (entsprechend 16 500 DM).

Die langgestreckte flache Karosserieform mit dem langen, sehr flachen Vorderwagen, die markanten seitlichen "Haifischkiemen" und die damals großen 14-Zoll Räder simulieren einen rassigen Sportwagen, der uns auch heute immer noch als sehr begehrenswert erscheint. Eine Ersatzteilversorgung gibt es für den Wagen nicht mehr, und wenn doch ein Teil auftaucht, ist es dementsprechend teuer.

Auch in Brasilien ist der SP seit Jahren völlig aus dem Straßenbild verschwunden. Die wenigen noch erhaltenen Fahrzeuge vom Typ SP-l und SP-2 sind mittlerweile auch in Brasilien zu begehrenswerten Sammlerstücken avanciert. Übrigens hat auch die Ehefrau von Rudolf Leiding in Brasilien einen SP2 gefahren, den sie später nach Wolfsburg überführte und dort bis Mitte der 90er Jahre fuhr. Sie konnte dann jedoch die nervigen Kaufinteressenten nicht länger ertragen und hat den Wagen deshalb nach Süddeutschland verkauft. Seine Spur hat sich leider verloren.

Technische Daten:

Typ 149, Bj. 1976, Fg.Nr.: BL 009227, Leistung: 54 PS/40 kw (Typ 3-Motor), Hubraum: 1584 ccm, Gewicht (leer): 950 kg, km-Stand: 5 444 km (2000), V/max.: 143 km/Std, Bereifung: 185/170 SR15.


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